Buchvorstellung Clara Sommer: Meine neu erlebte Zweisamkeit auf Zeit – Wie Begegnungen mit Callboys mein Leben veränderten.
Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte einer Frau, deren Leben sich durch einen tiefen Einschnitt grundlegend verändert. Doch was geschieht, wenn aus einem Ende plötzlich die Freiheit entsteht, Nähe und Verbundenheit ganz neu zu entdecken?
Mit Offenheit, Wärme und Klarheit nimmt Clara Sommer ihre Leserinnen und Leser mit auf einen sehr persönlichen Weg. Einen Weg zu unerwarteten Begegnungen, neuen Formen von Zweisamkeit und zu der Frage, wie viel Lebendigkeit entstehen kann, wenn wir den Mut haben, vertraute Vorstellungen hinter uns zu lassen.
Jenseits klassischer Beziehungsmuster erzählt dieses Buch von Nähe ohne vorgefertigte Regeln, von Selbstbestimmung und von Begegnungen, die Spuren hinterlassen. Persönlich, berührend und inspirierend – und vielleicht auch eine Einladung, die eigenen Vorstellungen von Zweisamkeit neu zu betrachten.
Ein Auszug aus dem Buch beschreibt nachfolgend die Begegnung von Clara Sommer mit Simon von www.haut-nah.org:
Kapitel: Sinnlichkeit
Und nun sitze ich wieder an einem Fenster. Die fremde Innenstadt unter mir. Der Tag hinter mir. Und vor mir ein leeres Blatt, auf dem ich nachher beschreiben werde, wie ich meine erste Tantra Massage erleben werde.
Simon hat mich überwältigt zurückgelassen. Mir fehlten die Worte. Es war sinnlich, jede Körperzelle wurde hellwach. Seine Hände berührten mich mal fest, mal weich, mal kaum spürbar. Ich konnte mich ganz fallenlassen.
Ganz ehrlich, so intensiv wie Simon mich am Ende berührt hat, habe ich mich noch nie erlebt. Und diese Intensität hat mich weit weg getragen in einen mir unbekannten Raum.
„Deine Massage war außergewöhnlich gut. Ich hoffe, dass du heute nicht zu kritisch mit dir selbst bist.“
Ich streiche ihm über seinen Kopf und sein Gesicht.
„Jetzt weiß ich, warum du anders aussiehst als auf den Fotos. Der Bart ist weg!“
„Ja, der war zu lang. Den habe ich heute Morgen rasiert. Hast du überlegt, was an mir anders ist?“ „Ja, das habe ich“.
Beim anschließenden Gespräch interessierte mich der Mensch hinter dem Tantra Coach. Er erzählte von seiner neunjährigen Tochter. Wir sprachen über die besondere Verbindung zwischen Vätern und Töchtern und darüber, wie wichtig Familie sein kann. Ich erzählte von meinen Kindern, die mich in dieser herausfordernden Zeit so selbstverständlich unterstützen.
Mal mit einem Feuermelder, mal mit einer Reparatur am Fenster, mal einfach durch ihr Dasein. Für einen Moment ging es weder um Tantra, noch um Feldforschungen, sondern um die Menschen, die uns durchs Leben begleiten.
Ich erzählte ihm auch, dass ich auf seiner Homepage über ihn gelesen hatte. Dass ich es gut finde, dass er durch die eigene Erfahrung einer Tantra Massage neugierig wurde und sich sein Leben seither komplett verändert hat. Nun gibt er selbst Tantra Massagen und begleitet andere Menschen auf ihrem Weg. Während ich ihm zuhöre, denke ich daran, wie sehr Neugier, Mut und
die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, auch mein eigenes Leben verändert haben.
Ich erinnere mich an meinen Fragenzettel und ging zum Schreibtisch: „Ich habe einen Spicker mit Fragen geschrieben, ein Moment“. „Ich dachte, Schüler schreiben Spicker?“ „Natürlich schreiben auch Lehrer Spicker.
Wir nennen das nur anders, Unterrichtsvorbereitung.“
Am Ende überreiche ich Simon eine Schachtel mit einer Zitronenseife, in der ich sein Honorar hineingefaltet hatte. „Soll ich es öffnen?“ „Ja“. Er zählt die Scheine nach und bedankt sich: „Danke, ich mag Seifenstücke“.
Aus einer außergewöhnlich sinnlichen Erfahrung wurde eine Begegnung zwischen zwei Menschen, die sich für einen Moment jenseits aller Rollen erlebten.
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