Liebesstellungen und ihre tiefere Bedeutung.
Sex kann dir unglaubliche Freude und Lust bereiten, kann dir Druck machen oder situativ von beidem etwas. Er kann dir das Gefühl von Kontrolle geben oder auch nehmen, er kann sich verboten anfühlen, dir Macht verleihen, dir das Gefühl von Ohnmacht erfahren lassen, er kann anonym oder selbstermächtigend sein, wunderschön intim oder verunsichernd.
Ein Text von Sascha
Reiterin
Wenn du auf die Unterschiede in deinem Sexualleben schaust, kannst du zurückblicken auf das, was dir leicht fällt, was schwerer und welche Szenarien und Konstellationen dich befähigen und stärker gemacht haben.
Und du kannst offener und neugieriger werden darauf, was du bevorzugst und auf die Dinge, die du dir in deiner Sexualität vielleicht bisher verwehrt hast.
Die Stellungen beim Sex haben eine große Bedeutung für uns.
Selbstverständlich nicht alleine – sie sind eingebettet in der aktuellen Stimmung, deinem Zustand, deiner Lebensituation, dem Empfinden deinem aktuellen Partner gegenüber, die Berührungsfähigkeit deines Partners und hormonellen Veränderungen.
Der Fokus liegt nachfolgend auf den Liebesstellungen und deren Bedeutung.
Was bei den Liebesstellungen weitgehend im Verborgenen liegt.
Oft haben wir den Eindruck, dass wir uns bei einer bestimmten Stellung besonders gut spüren, in Erregung und zum Höhepunkt kommen bzw. zum Orgasmus vom Partner hochschaukeln lassen können.
Naheliegend ist der Gedanke, das Reibung, Druck, Geschwindigkeit, Position, Winkel, stimulierte Stelle – um es einmal unromantisch technisch auszudrücken – dabei eine Rolle spielt. Damit liegen wir nicht falsch und doch gibt es viel mehr als das:
Die Stellungen beim Sex können symbolhaft für etwas stehen, emotional jeweils etwas vollständig anderes in uns auslösen oder moralisch besetzt sein.
Sie aktivieren dabei unterschiedliche Erlebnisqualitäten in uns, die weitgehend im Verborgenen liegen.
Von Missionaren, Reiterinnen und Hündchen – Du bestimmst die Bedeutung.
Doggy (Hündchenstellung)
Missionarsstellung
Reiterstellung
Bei der Reiterstellung, wenn du also symbolisch gesprochen die Zügel in der Hand hältst und dich oder den Partner führst und auf ihm herabblickst, fühlst du vielleicht Kontrolle oder Dominanz. Du kannst dabei Führung oder Selbstbestimmung erleben, was sehr stimulierend auf dich wirken kann.
Andersrum kann in dieser Position Stress in dir aufkommen, z.B. ist dein emotionales Erleben „Ich habe nun Verantwortung, ich soll etwas leisten oder performen.“ , welches du in dieser Situation genau nicht möchtest.
Doggy-Stellung
Doggy-Style, auch Hündchenstellung genannt – dein Partner hinter dir, du siehst ihn nicht – ist meist in der Tierwelt bei den Säugetieren zu beobachten.
Sie kann animalische Regungen in dir erzeugen. Genau das, was wir uns sonst nicht zugestehen oder vermeintlich erlauben dürfen. Diese Seite darf sich in dir endlich entfalten, dich komplett einnehmen, dich in sonst nicht bekannte Gefühlswelten mitnehmen.
Ebenso kann diese Stellung in dir ein negatives Erlebnis von „Ausgeliefert sein“ wachrufen. Du hast wenig Möglichkeit mit deinen Partner in Verbindung zu gehen. Du siehst ihn nicht, bist weitgehend schutzlos, Berührung ist weitgehend reduziert auf Penetration.
Sich hilflos oder bedroht fühlen kann aktiviert werden, ohne das es dir bewusst wird. Es zeigt sich vom Empfinden eher, das dir diese Position keine oder wenig Lust bereitet.
Missionarsstellung
Die Missionarsstellung ist DIE klassische Sexstellung.
Christliche Missionare haben diese Stellung als besonders „anständig“ empfohlen und so ist der Name entstanden. Eindeutig belegt ist es nicht.
Es scheint, dass sich dieses vermeintlich „Anständige“ durch eine lange Vergangenheit bis heute in unsere Partnerschaften getragen wurde. Eine Stellung, die oft am Anfang einer intimen Beziehung steht und die viele mit den ersten, sexuellen Erfahrungen miteinander verbinden und die uns sehr vertraut erscheint.
Die Missionarsstellung kann emotional unterschiedlich erlebt werden. Weil beide sich dabei körperlich zugewandt sind, sind Blickkontakt, Küssen und körperliche Nähe leicht möglich. Du kannst dabei Halt und Anerkennung finden, z.B. das Erleben von Geborgenheit, Vertrauen oder Zärtlichkeit gepaart mit körperlicher Erregung.
Andersrum kann diese Intimität auf vielen Ebenen gleichzeitig sich vielleicht überbordend oder verunsichernd auswirken.
Vielleicht schließt du dann dabei die Augen, vielleicht ist Küssen für dich während des intensivem körperlichen Erlebens nicht angesagt. Vielleicht wünscht du dir gleichzeitig andere Formen der Berührung mit den Händen, die für den Mann schwerer möglich sind.
Was gibst du anderen im Leben, was möchtest du wieder mehr abgeben?
Je nachdem, was du erlebst und wie du es erlebst, drückst du Vorstellungen und Gefühle körperlich auch über die Liebesstellungen aus und gibst diesen so eine Bedeutung.
Sie sind Teil deiner sexuellen Identität und deines sexuellen Engagements geworden oder auch nicht.
Was bedeuten Sie dir?
Wie lebst du und was gibst und empfängst du im Außen – als Frau, als Mutter, in Beziehung oder im Beruf?
Wo möchtest du in dir wieder mehr, wo weniger Bedeutung geben?
Autor Sascha
Weitere Inspirationen: Shivas Tanz
Cowgirl
Der aufregende Blick
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